Die Vorväter der Leopoldina und moderner Wissenschaftlichkeit

Déscartes, Darwin, Freud, Nietzsche, Marx, Kant, Hegel und viele andere so genannte Wissenschaftler der jüngst letzten europäischen Philosophiegeschichte haben unsere Gesellschaften nachhaltig und in desaströser Weise geprägt. Im Folgenden sehen Sie die Zusammensetzung eines krankhaften Menschenbildes, das bis heute herumgeistert. In diesem Kontext – angesichts der Coronakrise – muss man auch die Leopoldina (https://www.leopoldina.org/presse-1/pressemitteilungen/pressemitteilung/press/2759/), das RKI (https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2020/11_2020.html;jsessionid=BCB586EA9E7D16B00E4B9434E647591D.internet102), Wissenschaftler wie Drosten und globale Netzwerker wie Klaus Schwab verstehen. Hinzu kommt, dass alle Beteiligten sozio-ökonomisch aufgrund dieser Situation erheblich profitieren.

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Die Entstehung der Entartung

Charles Darwin hat unsere gegenwärtige Kultur in einer Form geprägt, wie kein anderer vor ihm. Seine Idee von der Entstehung der Arten ist der Antrieb vieler Forschungsinstitute. Er schrieb:

„Es geht aus dem Kampf der Natur, aus Hunger und Not, unmittelbar die Lösung des höchsten Problems hervor, das wir zu fassen vermögen, die Erzeugung immer höherer, vollkommener Wesen.“

Das heißt, dass der Mensch sich immer weiter und vollkommener entwickelt, was rückwirkend bedeutet, dass der Vergleich unterschiedlicher Zivilisationen in einem Wettrennen gesehen werden könne. Diese Sichtweise hat den ohnehin schon grassierenden Rassismus weiter bestärkt. Schlimmer noch, ist aus den Ideen dieses Weissen Mannes der Sozialdarwinismus hervorgegangen, der Europa und die ganze Welt für immer verändern sollte. Es war nicht mehr nur ein trickreiches Instrument der Herrschaft, sondern die Grundlage für ausgeklügelte ideologische Verfahrensweisen, die den Neoliberalismus ebenso prägten wie der Materialismus. Im gleichen Jahrhundert tauchte Friedrich Nietzsche auf, der u. a. eine sehr feindselige, aber ehrliche Auffassung über den Menschen in die Öffentlichkeit trug. Er schrieb: „Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch – ein Seil über einem Abgrunde. Ein gefährliches Hinüber, ein gefährliches Auf-dem-Wege, ein gefährliches Zurückblicken, ein gefährliches Schaudern und Stehenbleiben.“ Den Menschen als Zwischenwesen zu begreifen, hat Nietzsche verrückt gemacht. Außerdem war die Idee vom Übermenschen sehr fatal für Deutschland. Die Nazis sollten später seine Ideen missbrauchen, um ihren Rassismus zu bestärken. Dementsprechend entwickelte sich aus den Schriften Nietzsches der Nihilismus, bei dem es darum geht, dass eine absolute Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben in der eigenen Lebensführung vorherrscht. Eine solche Ideologie kann man aber nur teilen, wenn man selbst so voller Hass ist wie Nietzsche, voller Trauer, Schmerz und Krankheiten, und unsäglichem Leid, das einem Zerstörungswut einbringt. Als Nihilist kann man das Leben gar nicht mehr menschlich fristen. Man ist ständig dazu gezwungen, es abzuleben, was zu neurotischen Verhaltensweisen führt. Sigmund Freud, ein Zeitgenosse, schrieb:„Derjenige, der zum erstenmal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation.“ Das Menschenbild dieser Zeit hat sehr viele Ursachen aufgebaut, die unsere Gesellschaften bis heute prägen. Nietzsche adelte das Böse im Menschen, Freud adelte das Niedere im Menschen und Darwin machte den europäischen Menschen zu einer Wiege der Zivilisation. Wie konnten diese Ideologien nicht zu Weltkriegen ausarten, die die Menschheit an den Rande des Ruins trieben? Es war absehbar. Samuel Thomas von Soemmerring, ein europäischer Wissenschaftler aus Frankfurt am Main, schrieb im Jahre 1784:

„[…] Die Europäer scheinen demnach in allen Welttheilen und schon von sehr langen Zeiten her, ein zwar nicht öffentlich anerkanntes, desto mehr aber fast bis zur Kränkung der Menschheit in der Anwendung ausgedehntes, Vorrecht über die Negern zu besitzen. Es ist nur zu bekannt, wie wenig brüderlich wir diese Unglückliche(n) behandeln, und das mit einer Kälte und Gewissensruhe, die eben wegen ihrer ziemlichen Allgemeinheit, stillschweigend zu verrathen scheinet, daß wir die Mohren für weniger vollkommen, für weniger der ersten Stelle der thierischen Schöpfung unseres Planeten würdig, mit einem Wort, für geringer als uns Weiße halten. […]“ (aus: Über die körperliche Verschiedenheit des Mohren vom Europäer. Mainz,1784.)

Dieser Mann war Mitglied der Leopoldina, der ältesten Akademie der Welt, was die Naturforschung anbelangte. Weitere Mitglieder der Leopoldina, die diesen Mann aufnahm, waren mehrere Nobelpreisträger, darunter auch Albert Einstein, Charles Darwin, Marie Curie, Johann Friedrich Blumenbach und Werner Heisenberg. Was sagt das über die intellektuellen Zirkel und über die Vetternschaft „großer Denker des Abendlandes“ aus? Nun, ich überlasse dieses Urteil den Lesern. Auch Immanuel Kant schrieb eine Abhandlung mit dem Titel „Von den verschiedenen Racen der Menschen„, in welche er die Menschheit tatsächlich in vier unterschiedliche Rassen einteilt. Darin benutzt er den Begriff „Rasse“, aber auch das Wort „Abartung“, dass wir bis heute vorfinden und ganz alltäglich benutzen, und zwar im abwertenden Sinne, etwas sei abartig. Etwas „Abartiges“ ist uns ungeheuer und ekelt uns an. Für Kant waren ganze „Rassen“ ursprünglich Abartungen eines weissen Stammes. Er umschreibt diese Ansichten noch wesentlich ausführlicher, mit einer Naivität, um die ich ihn beneide. Wie kam es nämlich dazu, dass er überhaupt dazu in der Lage war, die Menschen in unterschiedliche Rassen einzuteilen, ohne zum Ausdruck zu bringen, dass das nicht ausschließt, dass sie alle gemeinsame Vorfahren hatten? Damit wäre zumindest die Logik von „Abartungen“ getilgt worden. Der Begriff der „Entartung“ wäre in Deutschland niemals entstanden.

Wie weit sind wir in Europa vorangeschritten, wenn es darum geht, unsere ideologisierte Vergangenheit aufzuarbeiten? Heutzutage zu behaupten, der Rassismus habe gar keine Relevanz, sei kein Thema, nicht von öffentlichem Interesse, ist ein schlechter Witz. Der Rassismus ist ein fester Bestandteil der abendländischen Kultur und Geistesgeschichte, sowie all seiner Ideologien. Er hat sie sogar bestens konserviert. Das erkennen wir daran, dass man sich mit der Emanzipation von Frauen und Menschen anderer Herkunft noch immer sehr schwer tut. Es ist noch immer nicht akzeptabel, dass eine Frau sich selbst als ein Mensch positioniert. Man projiziert noch immer die Verfrauung der europäischen Geschichte auf sie. So ist es auch mit den Völkern, mit denen man historische Rückschricklichkeit assoziierte, mit den Türken in Deutschland gar das Bild vom unangepassten Einwanderer, der da „tut und lässt, was er will“. Es gehört zu den Grundrechten eines Menschen, dass er tut, was er will. Wovon solle man denn sprechen, wenn man Menschen nicht mehr zu einem Volk zählen kann? Nun, diese Frage offenbart sich als rassistisch, denn die Ko-Identität bestimmt nicht mehr die gesamte Identität. Es mag sein, dass ein Sachse ein Deutscher und seine Familie schon seit zehn Generationen dort verwurzelt ist. Das heißt aber nicht, dass dieser Mensch sich als Sachse oder als Deutscher versteht. Es kann sehr gut sein, dass er mit Deutschland gar nichts zu tun haben will und nur sein Leben lebt und Gitarre spielt. Er muss sich nicht ständig mit einer Ko-Identität identifizieren, weil seine Lebenshaltung auch nicht mehr davon abhängig ist, wem er sich zugehörig fühlt. So ist es mit den meisten Menschen in Deutschland und auch in ganz Europa. Es sei denn, sie finden sich rassistischen Systemen gegenüber, die durchaus noch in unserer Bürokratie stecken oder gar in der Wirtschaft und in der Gesellschaft. Der Rassismus hat eine sehr alte Geschichte, aber seine größte Energie nährt sich aus dem ideologischen 19. Jahrhundert und einigen „Denkern“ des 20. Jahrhunderts, die wir heute in einem falschen Licht darstellen. Damit muss Schluss sein. Es reicht nicht, dass wir sagen, diese Intellektuellen wären Kinder ihrer Zeit gewesen. Das entschuldigt nichts und es ändert nichts an der Tatsache, dass sie größtenteils Quatsch produziert haben, der überhaupt keine Universalität besitzt. Ein Inder wird niemals ein Humanist sein, genauso wenig wie ein Chinese oder ein Mexikaner oder ein Araber. Der Humanismus ist ein Weisser Humanismus. Es würde auch lächerlich erscheinen, wenn ein Europäer sich heute als Humanist bezeichnet, denn er muss wissen, dass er damit die gesamte europäische Humanismusgeschichte auf seinen Rücken trägt. Das möchte ganz gewiss niemand mehr. Sklavenhandel, Sklavenarbeit, Vergewaltigung, Verschleppung, Massenmord, Genozide, all diese Dinge sind mit dem Humanismus gerechtfertigt worden. Man kann das nicht einmal bestreiten, denn diese Idioten haben alles aufgeschrieben, was sie dachten und empfanden. Diese Schuldgefühle, die sie empfanden, haben sich im Nachhinein als wahr erwiesen. Es gibt keine Überlegenheit des Weissen Mannes, und es hat sie niemals gegeben.

[Dies ist ein Kapitel aus meinem Buch „Corpus Albus Delicti: Das Ende der Weissen Vorherrschaft. 2020. Youssef Zemhoute Verlag, Duisburg.“ Sie können es hier erwerben.]