Die Polizei als letzte Front

Die Polizei wird als Schutzschild einer abgelaufenen Politik benutzt. Das Schutzschild alter Generationen, die weiter so machen wollen wie bisher. Das Schutzschild einer Staat-Volk-Beziehung, die sich sehr weit von der Verfassung entfernt hat. Bereits der erste Artikel des Grundgesetzes greift nicht mehr in den kleinsten Beziehungen zwischen Bürger und Verwaltung. Es gibt immer mehr Bringpflichten bei Bürgern und immer weniger Hol-Pflichten bei den Regierungen. Umgekehrt müsse der Bürger die Gesetze achten, aber wieso soll er das tun, wenn er keine Rechte hat? Die Grundrechte werden von der Verfassung zwar anerkannt, aber man tut sich sehr schwer damit, politischen Aktivismus zu dulden und die Veränderungen, die er definitiv mit sich bringen wird, umzusetzen. Der Nationalismus ist gescheitert. Der Neoliberalismus ebenso, auch wenn das die Parteien nicht hören wollen, denn sie setzen darauf, dass sie weiter so machen können wie bisher. Irgendwo wünschen sich das viele Menschen aus Angst vor gewalttätigen Eskapaden, aber die Anzahl dieser Menschen ist erheblich geschrumpft. Die Anzahl der Menschen, die sich nicht mehr mit den uralten Systemen des letzten Jahrhunderts abfinden wollen, ist gewachsen und sie wächst mit jeder Insolvenz, mit jeder Kündigung, mit jeder Enteignung, mit jeder Pfändung, mit jeder Verhaftung und mit jeder Bestrafung. Das Fass läuft über und die Bürokratie wird sich nicht halten können. Die einzige Möglichkeit, die die Verwaltungsapparate haben, sind die Männer und Frauen in Uniform; die Polizei. Diese Polizei, die dazu berufen wurde, die Menschen als Vollstreckungsbeamte zu beschützen und Recht und Ordnung zu erhalten, befinden sich bereits seit Jahren in einer schlechten Rolle, weil sie die Drecksarbeit erledigen müssen. Mit Drecksarbeit meine ich, dass die Polizei die einzige Gewalt ist, die zwischen Volk und Regierung steht. Ihre Gunst war immer, dass die meisten Menschen lohnabhängig oder politisch desinteressiert waren. Aber beide Situationen sind NICHT mehr gegeben. Löhne werden gestrichen und die Politisierung wächst an. Es ist aber keine rechte Politik oder eine Kleinbürgerpolitik, sondern die Wut zweier Generationen, die sich ein bisschen reingelegt fühlen. Viele davon versuchten sich ein ordentliches Leben aufzubauen, aber das war nicht möglich. Nun kann man sich zwar damit abfinden, gäbe es da nicht die Tatsache, dass mehrere Aspekte des Lebens nicht mehr erhalten geblieben sind. Vieles ist nicht mehr selbstverständlich, was die Lebensgrundlage betrifft. Seitens der Regierung gibt es immer mehr Bürokratie und seitens des „freien Marktes“ gibt es nur noch Müll, der produziert und verkauft wird. Abgesehen davon, dass die Menschen nicht ständig zwischen Brötchen und Wasser entscheiden wollen müssen, wollen sie sich für ihre ungünstige Situation nicht auch noch rechtfertigen. Erst Recht nicht die Personen, die seit 20 Jahren Angestellte waren und nun gekündigt wurden. Von ihnen wird es noch mehr geben, und 300.000 Polizisten werden nicht ausreichen, genauso wenig wie 3.000.000 Polizisten ausreichen würden. Es ist unmöglich, dass man mit Gewalt sozio-ökonomische Eruptionen lösen kann. Nun handelt es sich hierbei nicht um zwei Antifa-Gruppen und einpaar Nazi-Hooligans, die hier randalieren. Es wird sich zunehmend um alle Personen aus allen Klassen der Gesellschaft handeln, die dieses stille Babylon des Gehorsams aufbrechen werden. Es wäre sehr schön, wenn sie das nicht müssten, aber die Politik ist Ü50, überaltert, gemütlich und umzingelt von Security (die auch keine Garantie bleiben werden), so dass die Polizei als letzte Bastion dieser uralten Politiker herhalten muss. Die Polizisten und Polizistinnen halten ihre Köpfe hin. Und ich weiß nicht, ob es clever wäre, das noch zu tun. Schließlich geht es hier nicht mehr nur um Polizeiarbeit. Es geht hier um etwas völlig anderes. Es geht um soziale Gerechtigkeit, Grundrechte und verfassungsmäßige Prinzipien, die die Polizei zunehmend verachten muss. Sie wird die Konsequenzen spüren, denn die Menschen, die nun immer häufiger auf die Straßen ziehen, wollen die Politik spüren lassen, was sie nicht hören will. Die Polizei muss sich also – und das geht mit der Verfassung einher – mit dem Volk solidarisieren. Tut sie das nicht, dann wird sich die Polizei in den kommenden Jahren auflösen. Nicht weil sie schlecht ist, sondern weil sie einer diskriminierenden Verwaltungsstruktur hörig geblieben ist. Das gilt als unterlassene Hilfeleistung und das ist der Grund, warum Polizisten immer weniger als Beschützer wahrgenommen werden. Sie sind nur noch Agenten der Bürokratie und tragische Figuren eines ehemaligen Entwicklungsromans, der allmählich zu einem Schauerroman wird. So wie ich die überalterten Politiker, die Omas und Opas kenne, werden sie mit „Härte“ vorgehen. Ja. Sehr viele Menschen reiben sich bei dieser Aussage die Hände. Je härter die Polizei vorgeht, desto hemmungsloser wird die Gewalt werden und sie wird sich immer mehr gegen die Regierung richten. Die Polizei sollte nicht im Weg stehen, denn es gibt Systemfragen, die man nicht beantwortet hat und aus jeder Systemfrage sind 100.000 Menschen geworden, die auf ihre Chance warten, sich an diejenigen zu rächen, die ihnen ein Leben in Würde verwehrt haben. Es sind in Deutschland untertrieben gesprochen 50 Mio. Menschen, und ein übriges Viertel, das zu ihnen hält. Der Rest der Bevölkerung will einfach nur Ruhe, weil dieser Rest in Lohn und Brot ist. Ein schrumpfender, aussterbender Rest, der nicht weiß, was für eine Rente auf ihn wartet. Also, was wird passieren… Ich hoffe, dass weniger Alte und mehr junge Menschen in die Politik kommen und ernsthafte Änderungen anstoßen, die auf allen Ebenen der Gesellschaft spürbar sind. Ansonsten haben wir wöchentliche Blockbuster vor uns, die immer lokaler und intensiver auftreten werden. Man kann nicht Eltern mit Kindergeld belohnen und den Kindern dann später die Zukunft verwehren. Das ist die dumme Boomer-Politik der Menschen, die alles in den Arsch gekriegt haben und sich darüber brüskieren, wie schamlos randaliert wird. Evtl. wissen diese Leute nicht, wie viele Menschen vom System gefickt wurden. Hut ab, wenn Sie PolizistIn bleiben, denn die Politiker haben Sie dringend nötig! Wir immer weniger, wie Sie uns zeigen. Übrigens völlig ungeachtet der Pressemitteilungen und Solidaritätsbekundungen. Sie wissen selbst, wie sie im Großteil der Bevölkerung ankommen. Ganz besonders Ihre Kollegen bei der Bundespolizei. Sie sind unbeliebt, und das ist denjenigen geschuldet, die weiter so machen wollen wie bisher. Da Sie das Volk nicht mehr schützen und glauben gemeinsam mit anderen Institutionen das Volk ineinander gegeneinander aufzuhetzen, hat die Bevölkerung immer weniger übrig. Und ich sehe nicht, dass Sie etwas dagegen tun wollen. Sie halten zu Ihren uralten Slimfit-Politikern mit Krawatte und Aktienfonds. Ja, dann machense mal…