Was kommt nach dem Geld?

Was kommt nach dem Geld? Werden wir den Kapitalismus überwinden? Wie gehen wir mit dem Überschwall an Gesetzen, Regelungen und Einschränkungen um? Die Zukunft des Geldes ist nicht gänzlich ungewiss. Unsere Währungen haben sich als äußerst praktisch erwiesen und gewinnen eher an Robustheit dazu als dass sie sich auflösen. Der einzige Faktor, der das Geld gefährdet, ist unser soziales Vertrauen darin. Es wird durch mehrere Aspekte beeinflusst und bestimmt. Jenseits des Börsenhandels bestimmt auch die mediale Berichterstattung über die Wichtigkeit und den Kontext des Geldes. Es gibt einen Kerngedanken im Zusammenhang mit dem Kapitalismus, den wir auflösen müssen, bevor er sich selbst auflöst. Dieser Gedanke ist, dass Kapital nur durch Arbeit geschaffen werde. Das ist nicht ganz korrekt, denn das meiste Geld wird durch Verschuldung geschaffen. Die Disruptionen, mit denen wir es zu tun haben werden, kommen aus der Technologie. Der Bitcoin ist nur ein kleiner Anfang dieses Prozesses. Die Frage ist nicht, ob etwas kommen wird, nach dem Geld, sondern mit wie vielen Geldern (Geldsystemen) wir es zu tun haben werden. Die Abstraktion des Geldes lässt sich so gut technologisieren, dass die Währungsexplosion nur noch eine Frage der Zeit ist. Die Legitimation wird dann nicht mehr nur an BIP oder anderen Wirtschaftsleistungen gemessen werden, sondern auch quer über soziale Interessen hinweg gelten. Es wird also kein rein monetäres Geld geben, sondern auch eine soziale Währung, eine familiäre Währung, eine Summe an individuellen Währungen, eine kosmopolitische Währung. Dies alles wird intensiver florieren, wenn Menschen beginnen, mit  mehreren Währungen Handel zu treiben. Schon heute erleben wir Reibungen, da internationale Geschäfte längst nicht mehr nur in US-Dollar abgewickelt werden. Dies erscheint den US-Amerikanern zwar als Problem, weil es ein wachsender Verlust sein wird, aber für die anderen Währungen ist dies ein Gewinn. Die Umverteilung der Finanzen war deshalb so schwierig und blockiert, weil der US-Dollar die Märkte dominierte, wobei er selbst von den Finanzunternehmen dominiert wurde. Wir dürfen also gespannt sein auf die kommenden 30 bis 50 Jahre. Es wird sich sehr viel ändern, besonders dann, wenn wir beginnen einzusehen, dass Arbeit nicht die Grundlage einer würdevollen Existenz ist. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird Geld eine ethischere Gewalt  bekommen und sich pluralisieren und diversifizieren. Es gibt genug davon, nur fließt es noch nicht in alle Richtungen, weil Gesetze UND eine Ideologie es daran hindern. Diese Ideologie lässt sich aber nicht mehr lange aufrecht erhalten. Im Gegenteil wird sie mit jedem Tag ein wenig gefährlicher für uns.

was kommt nach dem geld youssef zemhoute berater