Islam – Die Scharia muss kommen!

Ein sehr provokanter Titel. Ich weiß. Nun, wir alle assoziieren mit dem Islam eine sehr körperliche Religion mit Sozialgesetzen, Verboten und Steinigungen, aber auch Frauenfeindlichkeit und Terrorismus. Diese Propaganda der Islamophobie erweist sich heute aber als sinnvolles Projekt. Es gibt nämlich eine ökonomische Seite des Islam, die eben durch diese Assoziationen nie in Erscheinung tritt. Genau über diese ökonomische Seite möchte ich kurz schreiben.

Der Islam als Weltreligion ist zunächst einmal keine homogene Gesellschaftsreligion, wie sie von Golf-Scheichs oder Pierre Vogel herbeifantasiert wird. Es gibt den Islam von Guyana bis Japan, und von Hamburg bis Kapstadt überall auf der Welt und die Muslime unterscheiden sich weltweit radikal voneinander. Abgesehen davon hat man in zivilisierter Vergangenheit unter Muslimen noch in „veränderbare Prinzipien“ und „unveränderbare Prinzipien“ diskutiert. Es gibt also Dinge, die sich ändern – wie z. B. Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft – und Dinge, die sich nicht ändern, allen voran Gottes Gebote & Verbote.

Ein Verbot ist nun nicht ohne Grund verbindlich und es gibt auch nur einige klare Verbote bei den Muslimen:

  1. Kein Morden!
  2. Keine Beigesellung göttlicher Eigenschaften!
  3. Kein Alkohol!
  4. Kein Schweinefleisch!
  5. Keine Unzucht!
  6. Keine Üble Nachrede!
  7. Keine Zinsen!
  8. Keine Zauberei!

Man darf über alles streiten, aber ich möchte hier die ökonomische Seite des Islam ansprechen. Es gibt nämlich neben diesen Großen Verboten, die ich genannt habe, auch sehr viele Gebote. Eines dieser Gebote gehört sogar zu den fünf Pflichten des Muslim. Die so genannte „Zakat“, gedacht als Almosensteuer. „Tazkiyya“ bezeichnet so etwas wie Läuterung bzw. Reinigung des Einkommens, Vermögens und Lebensunterhalts.

Schauen wir uns die Zakat und das generelle Zinsverbot im Islam an, dann entdecken wir eine erstaunliche Medizin für unsere gegenwärtigen Problemlandschaften. Wir haben nämlich weltweit Gesellschaften, die sich aus ökonomischen Gründen immer weiter anspannen. Die Gründe dafür sind ganz klar. Einerseits haben wir eine finanzelitäre Weltwirtschaft mit einer überfetten Börse, andererseits eine Zunahme prekärer Verhältnisse, wobei die Mitte der Gesellschaft abstürzt. Die Notwendigkeit eines Zinsverbots und einer gesellschaftlichen Solidarisierung von unten, ist längst überfällig bei uns in Europa und in den USA.

Allein eine Zakat würde die Liquiditäten von unten rapide erhöhen und die Gesellschaften durchweg stabilisieren. Außerdem würde sich die Prekarisierung verlangsamen. All dies ereignete sich in einer ungeheuren Geschwindigkeit. Die grassierende Armut, die wir heute erleben, ist zwar nicht über Nacht eingetreten, aber wir befinden uns an einer Schwelle, die die Verarmung sehr stark beschleunigt und immer mehr Menschen auf die Straße wirft. Der einzige Grund, weshalb es populärer wird, liegt an der ungeheuren Zahl der Betroffenen. Es sind mittlerweile 3 von 8 Menschen betroffen, wobei in diesem Jahr der Anteil steigen wird, da einige großen Pleiten kommen werden.

Noch sehen Finanzexperten die eigentlichen Probleme beim Geldsystem bzw. bei der internationalen Finanzpolitik. Der Anreiz für die Finanzeliten sind aber nicht die Systeme an sich, sondern die Zinskulturen, die dabei möglich sind. Die Zinsen machen jeden Markt zu einem Spielplatz, bei dem der Vereinsbesitzer bezahlt hat und gleichzeitig abkassiert. Für die Spieler auf dem Feld, den Schiedsrichter und die Stadionbetreiber bleibt nur das erhalten, was an Zuschauerzahlen hereinkommt. Tickets. Evtl. noch einige Wasserflaschen in den Kabinen. Der Zins macht es möglich, dass man nur reichlich Geld und Zeit braucht, um zu gewinnen. Langfristig gewinnt aber nur eine Seite, denn diese herrlichen Zinsgewinne werden für weitere Zinsgewinne genutzt, wodurch immer mehr Geld und Liquiditäten aus den Gesellschaften hinausgezogen werden. So entsteht eine erstickende Wirtschaft mit einem riesigen Tragesack namens Börse. Das Geld in der Börse fließt aber nicht zurück in die Unternehmen. Es fließt zu denjenigen, die dort handeln, setzen und mitspielen bzw. zu den Besitzern.

Als Muslim hat man sich aus solchen Zinsgeschäften heraus zu halten, da es wie gesagt verboten ist. Was heißt es nämlich, Zinsen zu nehmen? Nun, stellen Sie sich vor, da draußen in der Welt gibt es Schuldner, Niedriglöhner und nähende Kolonnen von Menschen, dessen Geld Sie nehmen. Sie nehmen es ihnen zwar nicht direkt, aber das Geld stünde denjenigen zu, die es aufgrund ihrer Position nicht bezahlt bekommen. Sie wissen es nur nicht, aber diese Menschen spüren es ganz bestimmt. Zinsen versklaven auf lange Sicht, weil die Diskrepanzen dadurch immer größer werden. Evtl. wächst die Bilanz eines Staates, aber Millionen Bilanzen lösen sich auf. Wie denken Sie, geht das aus?

In der Vergangenheit waren Finanzkrisen und Supergau-Crashs so etwas wie ein kritischer Verhurungsmarkt für Superreiche. Sobald eine Wirtschaft zusammen brach, hatten diejenigen, die aufgrund ihres Vermögens „unberührt“ blieben, die Möglichkeit billig einzukaufen. Investieren, wenn Blut auf den Straßen fließt! Eltern verkaufen ihre Kinder! Frauen ihre Körper! Männer ihre Wut! Kinder verkaufen sich selbst! So spaziert der Reiche und kauft natürlich alles auf. Zum Preis einer Brennessel-Suppe oder zum Preis eines Mantels. Und es ist ein großartiges Geschäft, denn wann kriegen Sie Gold, Land, Grundstück, Häuser, Silber, Platin, Schmuck, Diamanten, Ladenlokale für 50€? Stimmt. In einer Finanzkrise. Nachdem sich das alles etwas erholt hatte, ging man von vorne wieder los und machte weiter. Unter den Superreichen waren die Karten etwas neu gemischt. Evtl. wurden auch Unternehmen umverteilt und neu verkauft, gekauft und ausgehandelt. Sobald die neue Konjunktur wieder anzieht, haben diese Superreichen mindestens immer 20mal mehr als vorher. Das klappt immer. Und dann gibt es noch Dummheiten, etc., aber die große Dummheit ereignet sich jetzt.

Würde eine Finanzkrise in diesem Jahr 2020 stattfinden, wäre es für Superreiche nicht mehr das Gleiche. Es gibt nämlich eine Zäsur durch die technologische Digitalität. Man hat eine noch nie da gewesene Transparenz und massenmediale Vielfalt. Ich frage daher: wen würde man in unserem Jahr 2020 verantwortlich machen? Ganz bestimmt nicht die ärmsten Schweinchen und das wären die 99,999999999%. Die A*karte würde eine ganz bekannte Gruppe bekommen, die sich selbst als philanthropisch bezeichnet. Regierungen würden aufgelöst werden. Ein ungemütliches Horrorszenario.

Es liegt also ganz im Interesse von uns allen, dass wir die ökonomischen Teile der Scharia einführen; sprich, das generelle Zinsverbot und die Zakat. Damit wären Geldprobleme, Gelbwesten-Aufmärsche und Umverteilungskampagnen mit einem Fingerschnippen erledigt. Der einzige Nachteil wäre, dass immer mehr Menschen mehr Vermögen hätten. Daran sehe ich nichts Verwerfliches, außer dass sinnlose Jobs verschwinden und mit ihnen einige Unternehmen. Das wird allerdings sowieso passieren. Früher oder später passieren sehr viele Dinge. Und spätestens jetzt verstehen Sie, warum der Islam immer so negativ in den Nachrichten auftaucht. Er darf gar nicht positiv erscheinen. Es würde den Besitzern der Massenmedien zu viel Geld kosten, Zinsen zu verbieten und eine Almosensteuer abzugeben. Darauf 1/40stel abzugeben und auf 99% Rendite zu verzichten, pfeifen diese Menschen. Und 1 Mrd. € können Sie wirklich nicht mit harter Arbeit verdienen. Sie müssen etwas verkaufen, das Ihnen gehört. Arbeitskraft und Lebenszeit sollten niemandem gehören außer den Menschen selbst. Das sind die Weisheiten dahinter.

Islam Die Scharia muss kommen Youssef Zemhoute