Buchstabiere deinen Namen nicht!

Denk ich an Deutschland in der Nacht, hab ich ’nen langen Tag gehabt. Fremd ist mein Nachname, keine Frage. Zemhoute. Klingt für viele Ohren Holländisch, dabei bin ich so holländisch wie ein somalisches Piratenschiff. Was mich irritiert, ist der Umgang mit fremden Namen in Deutschland. Leider geht es nicht um die Fremdheit, sondern um die außer-europäische Fremdheit. Martinez, Coreila, Agustino, Popolakis, etc. sind auch fremde Namen, aber sie werden nicht in Frage gestellt. Man geht in meinem Falle vom Holländischen aus, um die nicht-europäische Herkunft bestätigt zu sehen. Dabei ist mein Name ein deutscher Name. Ich buchstabiere meinen Namen nicht, und Sie müssen sich auch nicht hereinsteigern bei der Aussprache. Damit machen Sie sich nur lächerlich. Es gibt eine ungeschriebene Grundregel der Kommunikation. Man spricht ein fremdes Wort, so wie man es hört. Nicht so, wie fremd es sich anfühlt. Ich freue mich darüber, dass es in einigen Generationen so viele Zemhoutes geben wird, dass jeder Schmidt erkennt, wie Deutsch der Name Zemhoute ist. Vermutlich fragt dann ein kleiner Zemhoute: „Schenitt?! Klingt merkwürdig. Ist das ein deutscher Name?!“
„Es heißt SCHMIDT!“
„SCHNUTT! Oh Verzeihung, ich kann das nicht aussprechen.“
Bei dem Gespräch grinst Herr Schmidt wie der Urgroßvater seines Gegenübers, als er gefragt wurde: „Zonaute?!“
Und das in Deutschland 2116. Das ist Science-Fiction, oder?!

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