4 Wahrheiten über Allah

Allah ist ein Name Gottes. Er trägt die ehrenvollsten und wunderschönsten Namen. In unserem heutigen Zeitalter haben wir eine sehr vermenschlichte Vorstellung von Gott. Die Gedanken, die wir mit ihm assoziieren, sind eher die Projektionen unserer eigenen menschlichen Makel als die Eigenschaften von Ihm. Dies gilt weithin für alle Menschen, die von Gott wissen, auch für die nichtgläubigen, die – wenn sie auch hinausposaunen, dass sie nicht an ihn glauben – so doch eine Haltung zu Ihm haben.

Viele Fehler, die wir uns bei der Vorstellung vom Wesen Gottes machen, haben mit unserem Denken zu tun. Daher möchte ich einige Tatsachen offenkundig darlegen, damit wenigstens ein besseres Bewusstsein entwickelt werden kann.

1. Gott ist kein Mann.
In der Sprache sprechen wir vom Maskulinum, „der Gott“, was jedoch nicht bedeutet, dass es sich bei Gott um einen Mann handelt. Auch die christlichen Zuschreibungen und biologischen Deutungen des Vaters und des Sohnes sind Ursachen für diese Vorstellung. Allerdings ist Gott frei von jeglichem Geschlecht. Er bevorzugt Männer auch nicht, sondern ermahnt Männer mehr, was jetzt nicht unbedingt als ein Vorzug gesehen werden muss. Zudem wurden Offenbarungen stets in den patriarchalischsten Gemeinschaften verkündet, was jedoch nicht bedeutet, dass Gott Patriarchalität gutheißt, sondern Er – eher im Gegenteil – sie als die letzte Stufe vor menschlichem Untergang ansieht.  Auch gibt es im Islam nichts Schlimmeres als die Unterwerfung unter einem Geschöpf, die gemeinhin als Schirk bezeichnet wird. Im Wort „Schirk“ steckt die Bedeutung „beteiligen“ drin, womit konkret gemeint ist, dass ein Mensch irgendein Geschöpf an Gottes einzigartigen Eigenschaften beteiligt. Leider stellt dies ein sehr großes Problem unter Muslimen dar. Sich der „Männlichkeit/Mannhaftigkeit“ zu unterwerfen, das gehöre wohl dazu, so wachsen viele Muslime auf. Der Patriarchalismus ist zwar ein Allerweltsproblem, aber in Bezug auf den Islam gibt es eigentlich nichts Fataleres als das.

2. Gott ist unsichtbar.
Wir können Gott nicht sehen, was jedoch nicht bedeutet, dass Er nicht existiert. So wie wir die Luft, die wir einatmen, nicht sehen können, aber doch ein- und ausatmen. Für viele Menschen stellt dies eine Schwierigkeit dar, weil sie – auch in der Schule – dazu erzogen werden, zwischen Fassbarem und Unfassbarem zu unterscheiden, wobei das Unfassbare, mit den Sinnen nicht wahrnehmbare, in der Schlussfolgerung nicht existiert. Die Deutung erfolgt also auf Basis der Sinneswahrnehmungen und wir kennen – rein wissenschaftlich – nur fünf Sinne, was dazu führt, dass wir sogar existenzielle Dinge, wie z. B. Liebe und Mitgefühl als nicht-existent oder eingebildet erachten. Nicht weil es sie nicht gibt, sondern weil sie nicht – in unserem Verständnis – wahrnehmbar sind. Wir sollten vielleicht unser Verständnis überdenken.

3. Gott ist kein Geschöpf.
Die Menschen können Gott nicht als Lebewesen betrachten, weil er Leben und Tod erschaffen hat. Das heißt, dass alles Leben von Ihm hervorgebracht wurde und so auch der Tod, und alle Universen und Welten, die es gibt und die wir nicht kennen. Auch machen Gedankenexperimente in Bezug auf Gott keinen Sinn, weil sie nicht auf Ihn transzendiert werden können. Wie z. B. das Felsenbeispiel, ob nämlich Gott einen Felsen so schwer machen könne, dass Er ihn nicht mehr heben könne. Dieses Beispiel ist nichtig angesichts der Tatsache, dass Gott nicht nur das Gewichtsmaß erschaffen hat, sondern auch den Widerspruch allgemein und die verschiedenen Gesetze, die ihn ermöglichen. Geschöpfe sind an Dimensionen und konkrete Gesetze gebunden, aber Gott ist es nicht. Gott ist nämlich der Schöpfer und von seinen Geschöpfen – allesamt und in ihrer Gesamtheit – unabhängig, ja, unantastbar. Dinge, die wir als Kräfte und Energien bezeichnen, hat Er erschaffen.

4. Gott ist jenseits von Raum und Zeit.
Wenn wir Gedanken über Gott äußern, tun wir dies stets in Raum und Zeit, wobei unsere Überlegungen selbst auch stets an Raum und Zeit gebunden sind. Wir müssen uns daher eingestehen, dass wir nicht dazu in der Lage sind, uns Gott vorzustellen, da wir gar nicht die Kapazitäten dazu haben. Aber es gibt zum Glück die Sprachen und eine interessante Anekdote, die ich dazu erzählen möchte. Sinngemäß:

Einst kam ein Mann zu einem anderen und fragte ihn: „Kann ein Elefant durch ein Nadelöhr gehen?“ – „Nein!“, antwortete ihm der andere. Der Fragende fragte weiter. „Glaubst du, dass Allah einen Elefanten durch ein Nadelöhr gehen lassen kann?“ Der Mann antwortete ihm. „Aber natürlich. Allah kann den Elefanten so klein machen, dass er hindurchgeht oder Er macht das Nadelöhr so groß, dass der Elefant mit Leichtigkeit hindurchgehen kann.“ Der fragende Mann lächelte und antwortete: „Du hast Recht und Unrecht. Allah kann einen Elefanten – so groß wie er ist – durch ein Nadelöhr – so klein wie es ist – gehen lassen.“

Diese kleine Anekdote verbildlicht etwas Wesentliches. Nach unserem Verständnis wäre dieses Ereignis nicht nur ein Wunder, sondern nicht wahrnehmbar. Warum nicht? Weil unser Denken an Dimensionen gebunden ist, die es in der erschaffenen Welt gibt. Das müssen wir immer bedenken, wenn wir Gottes gedenken.

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